Freitag, 24. Oktober 2014

Gottlieb Konrad Pfeffel

Ein Johanniswürmchen saß,
seines Demantscheins unbewußt,
im weichen Gras eines Bardenhains.
Leise schlich aus faulem Moos,
sich ein Ungetüm,
eine Kröte, her und schoß
all ihr Gift nach ihm.
Ach, was hab' ich dir getan?
rief der Wurm ihr zu.
Ei, fuhr ihn das Untier an,
warum glänzest du?

Mittwoch, 22. Oktober 2014

Ausflug


Da waren wir heute, auf der Burg Eltz. Sehenswert. Wenn man sich vorstellt, wie die Menschen früher gelebt haben, also die, die reich waren. Wie die "normale" Bevölkerung gelebt hat, das will ich gar nicht wirklich wissen.

Wir haben heute Mittwoch, der Urlaub neigt sich so langsam dem Ende zu, es schleichen sich Gedanken über mein kaputtes Auto ein... der Alltag rückt in greifbare Nähe. Samstag sind wir bei Freunden eingeladen, ein ganz neues Gefühl für mich. Alltag. Anderer Alltag. Nicht nur, weil meine Krankheit vieles verändert hat. Babs Post hat mich heute sehr berührt


immer wieder loslassen


Ich kann das Loslassen nicht loslassen ;-) jedenfalls denke ich derzeit viel über loslassen nach. Gestern abend hatten mein Freund und ich ein langes Gespräch darüber. Was wir loslassen müssen, was wir im Laufe unseres Lebens schon alles haben loslassen müssen, wollen. Gewohnheiten. Menschen. Möbel. Wohnungen... da kommt eine Latte zusammen.

Auf dem Bild ist Sperrmüll zu sehen, den ich kurz vor meinem Urlaub noch entsorgt habe. Da sind Dinge bei, von denen ich nicht glaubte, mich jemals davon zu trennen. Die mir mal wichtig waren. Die auch mit Menschen zusammenhingen, die mir wichtig waren. Es immer noch sind. Auch wenn sie, wie meine Tante, lange nicht mehr leben.

Die Vergangenheit hinter sich lassen. Hört sich paradox an. Weil sie liegt ja schon hinter einem ;-) aber sie kann noch verdammt präsent sein und die Gegenwart erschweren. Loslassen. Es war ein seltsames Gefühl, als mein Freund mit seinem Sohn diese Dinge an mir vorbeitrug, sie haben mir geholfen, weil ich das alleine wirklich nicht mehr kann (auch etwas, wovon ich mich verabschieden musste), und bei jedem Teil war da so ein Stimmchen in mir, was hätte sagen mögen "ach das kann aber noch bleiben..."

Ich habe es loslassen können, letztendlich waren es nur alte Möbel ;-) aber sie hatten eine Bedeutung gehabt und die Menschen, mit denen ich das verband, waren mir sehr wichtig. Sind es immer noch. Aber ich habe nun ein neues Leben, in meinem Leben gibt es einen neuen Mann. Der mir sehr wichtig ist. Und, seit vielen Jahren, sage ich wieder den Satz: ich möchte nicht mehr ohne Dich!

Das mir das noch mal über die Lippen kommt... ;-)


Dienstag, 21. Oktober 2014

loslassen

Heute war ich bei dem lieben Söckchen, der Patentsocke ;-)


und habe etwas gutes über das loslassen gelesen:

Wer schonmal mit vollen Händen ins Stolpern gekommen ist weiß, wie schwer es ist, loszulassen.



Montag, 20. Oktober 2014

wenn Leben sich trennen


Dies bin ich, in einem Moselörtchen, mit meinen kleinen Hündchen, fotografiert von meinem Freund. Den ich meinen Liebsten nenne, weil er mein Liebster ist. Wir bauen uns grad ein gemeinsames Leben auf. Wir sind älter, gemeinsam sind wir 124 Jahre alt, was eine ganze Menge ist ;-)

Was aber auch heißt, dass wir einiges mitbringen. Wir sind nicht mehr jung und wir haben viel zu erzählen. Und viel erlebt. Ich bin geschieden. Annopief. Als ich noch jung war. Diese Ehe war nett, aber ein Irrtum. Dann habe ich die Liebe meines Lebens geheiratet, wir waren füreinander bestimmt. Und dann starb er. Und ich war Witwe.

Und ich habe niemals geglaubt, dass ich noch mal mit einem Mann glücklich sein werde. Niemals. Und nun bin ich es.

Und ich lasse mir von absolut niemandem auf dieser Welt mein Glück zerreden.

Neid ist ein Speer, der sich gegen einen selber richtet. Und nicht loslassen können führt in die Dunkelheit.

Und für jeden von uns gilt, was Hermann Hesse sagte: „Das Paradies pflegt sich erst dann als Paradies zu erkennen zu geben, wenn wir daraus vertrieben wurden.“

Traurig ist nur, dass manche Menschen nicht wissen, wie nah sie dem Paradies waren.

Samstag, 18. Oktober 2014

Glück

Wir haben ein ungewöhnliches Ferienhaus gefunden, von einem Künstlerehepaar, die dieses ehemalige Winzerhaus als ihr Domizil auserkoren. Bis es ihnen künstlerisch zu klein wurde und sie sich was größeres suchten und dann dieses Haus kurzerhand zu einem Ferienhaus machten, schaut es Euch selber an, es ist wundervoll


und vor dem Haus steht diese kleine Skulptur, in die ich mich verliebt habe ;-) ich weiß auch nicht warum, aber sie gefällt mir:


Ich lese grad viel auf meinen Lieblingskrebsblogs über Glück, was ist Glück, was bedeutet Glück für jede einzelne von uns. Seit meiner Erkrankung denke ich intensiver darüber nach. Und ich habe gelernt, im Augenblick zu leben. Ich habe es lernen müssen, denn auf einmal wusste ich nicht mehr, wieviel Augenblicke mir noch bleiben. Machen wir uns nichts vor, das weiß keiner von uns, wir verdrängen es nur, diese Unwissenheit.

Mein Leben hat sich um ein zweibeiniges Glück erweitert. Und mein vierbeiniges Glück schaut mich grad an, als wolle er sagen, hör auf so ein Zeug zu tippern, geh lieber mit mir raus...

;-) 

...und auf das Glück soll man ja bekanntlich hören...

Samstag, 11. Oktober 2014

Tipp


Da sitze ich und probiere ein Tuch aus, was zwei Jahre zuvor kein ausprobieren war, da hatte ich solche Teile ständig auf dem Kopf, weil mir die Haare fehlten. Die waren fort. Sie sollten zurückkokmmen, was sie ja letztendlich auch taten und ich war mir dessen auch sicher, aber ein halbes Jahr, ein knappes halbes Jahr rannte ich ohne Haare rum. Jedenfalls gefielen mir einige Turbane so gut, dass ich dachte, das kannste ja auch machen, wenn du wieder Haare hast... ich habe es nie gemacht.

Ich habe mir die haarlose Zeit schlimmer vorgestellt. Wirklich. Als junges Mädchen war das für mich gleichbedeutend mit Hölle. Ohne Haare war tiefste Hölle. Und als ich sie dann hergeben musste, für eine Weile, da war es fast normal. Das hört sich sehr abgeklärt an, aber ich meine es wirklich so, es war fast normal, Mutter hatte das schon durchgemacht, so viele hatten es durchgemacht, warum sollte ich es also nicht auch schaffen.

Ich habe es geschafft. Es ist mir nicht schwer gefallen. Ich war heilfroh, als sie wieder gewachsen sind. Und weil ich die hälfte weiß hatte und die hälfte dunkel, sah ich aus wie von Ratten abgefressen, was ich FURCHTBAR fand, einfach nur FURCHTBAR! Also habe ich die 3 mm Stoppeln gefärbt. Was dann zwar ungewöhnlich kurz aber doch gut aussah.

Am liebsten würde ich mich mal mit weißen Haaren sehen, ob das wohl gut aussieht? Ohne Chemo hätte ich sie mir nie gefärbt, nicht weil ich es ablehne, ich hatte einfach keinen Gedanken daran. Aber so rattenabgefressen war einfach nur schrecklich.

Und so überlege ich, was soll ich tun.

Weiße Haare sind schön, das kann man hier sehen, bei meiner Freundin

http://beateknappe.de/silbergrau/

die grad eine Aktion macht und einen Ausstellungsraum sucht für ihr Projekt. Hat jemand einen Tipp?




Freitag, 10. Oktober 2014

Vorfreude die 2.


Das war auf Santorin, Sonnenaufgang, einfach nur himmlisch!! Ich liebe das Meer. Und die Stimmung war wirklich schön!! Aber das hat nichts mit meiner Vorfreude zu tun, also Santorin ;-) ich werde da bestimmt noch mal hinfliegen, doch demnächst geht es erstmal an die Mosel. In das Haus eines Künstlerehepaares, was sehr phantasievoll eingerichtet ist, darauf freue ich mich wie jeck!

Und damit mein Haus nicht so alleine ist ;-) zieht ein Freund ein, der eine Auszeit braucht. Wie gut, dass es groß genug ist für Freunde und Auszeiten aller Art! Derzeit brauchen scheints viele Menschen eine Auszeit, denn auch wir brauchen eine. Es war so viel los in meinem Leben, durchaus gutes, aber auch oft sehr anstrengend.

Und mein kleines Prilblumenauto ist kaputt :-( ich werde mir ein neues kaufen, so eins mit elektrischen Bequemlichkeiten, mit Standheizung und am besten noch mit Fahrer ;-) wo ich dann einfach nur einsteige und sage, wo ich hinwill und dann...

Man wird ja wohl noch träumen dürfen... ;-)

Donnerstag, 9. Oktober 2014

Vorfreude


Das ist mein Vorfreudezimmer, da, wo der rote Sessel steht, da stand früher unser Weihnachtsbaum, Oma hat ihn immer gleich, mit silbernen Kugeln und Lametta, geschmückt. Ich habe diese Weihnachtszeit geliebt und ich liebe sie heute noch. Nur dass da kein Baum mehr steht. Der passt da nicht mehr hin, aber ich werde ein Plätzchen für ihn finden ;-) Und das hier, das sind meine kleine Schwester, unsere Oma und ich 1965


Und ja, ich freue mich auf die Weihnachtszeit, ich freue mich auf meinen kleinen Baum, ich freue mich auf meinen Liebsten, mit dem ich gemeinsam diese Zeit genießen werde.

Vorfreude ist schön!


Mittwoch, 8. Oktober 2014

Abschiede

Heute denke ich über Abschiede nach, nein, stimmt nicht, ich denke schon länger darüber nach. Es hat mit meinem Großelternhaus zu tun, dem Haus, in dem ich lebe, was ich verschenkt habe Ende letzten Jahres. Und was doch immer mir gehört. Weil ich dort zu Hause bin. Ich glaube, es wird, egal wo ich bin, immer mein zu Hause bleiben. Und es hat mit meiner Mutter zu tun.

Dort, bei meinen Großeltern, habe ich eine sehr glückliche Kindheit verbracht. Meine Mutter ist ab und an auch in meinen Erinnerungen, aber nur sehr schemenhaft, das meiste habe ich wohl verdrängt, weil es nicht schön war. Ich hatte es schwer mit meiner Mutter, aber da bin ich nicht die einzige, mit ihr hatten es viele Menschen schwer. Und natürlich habe ich sie geliebt, sie war meine Mutter. Ich hatte nur diese eine und ich wollte sie lieben. Sie liebte mich auch, aber ihr schweres Schicksal hat so viele Verkrustungen auf ihrer Seele hinterlassen, dass es manchmal unmöglich war, davon etwas zu spüren.

Anfang des Jahres habe ich meine Mutter aus diesem Leben verabschiedet, sie war schon lange nicht mehr da, der Alzheimer hatte sie mit fortgenommen, aber er hatte, zu Beginn ihrer Erkrankung, auch das Böse fortgenommen und so bin ich dem Schicksal dankbar, meine Mutter einmal anders erlebt zu haben. So, wie ich mir immer eine Mutter wünschte. Kurz war unsere schöne Zeit und geprägt von ihrer immer weiter fortschreitenden Krankheit, aber sie brachte uns näher, als wir jemals einander waren.

Im Sarg, in dem sie lag und wo ich sie ein letztes Mal besuchte, fiel alles ab. Alles, was uns belastete, fiel ab. Ich habe sie in Frieden gehen lassen können. Und es war gut so.

Dieses Haus, mein zu Hause, verbinde ich nicht mit meiner Mutter, es ist nicht ihr Platz und vielleicht war es das auch nie. Sie hat sich dann mit Vater ein eigenes Haus gebaut, da habe ich sie spüren können, doch bei "mir" zu Hause nie.

Gestern war sie allerdings bei mir, ich trug ihren großen Ring, ich brauchte ihren Schutz, bei den vielen Untersuchungen, die anstanden, die meine Mutter auch hat durchmachen müssen. So schwierig es auch war in unserem Leben, wir haben viele Dinge geteilt. Gute und schlechte. Sie war dabei, als ich die guten Ergebnisse bekam, sie war in meinen Gedanken.

Sie war meine Mutter.

Montag, 15. September 2014

bedingt einsatzbereit

Das war doch der Titel des SPIEGEL, damals, als es um FJS ging und wo sie Rudolf Augstein für eingebuchtet haben. Oder nein, es hieß doch "Bedingt abwehrbereit", wer erinnert sich noch? Jedenfalls da war ich Kind, es ist lange her. Aber heute, heute stimmen diese Worte auch für mich ;-)

Nein, ich will nicht jammern. Es geht mir gut. Mein Leben war die letzten Jahre schwer. Ich sage nicht schlecht, ich sage schwer. Der krönende Abschluss war eine Krebserkrankung. Heute vor einem Jahr sagte mir mein Professor, ich könne wieder ganz gesund werden, ich solle das bitte sehr optimistisch sehen. Und mein Professor ist kein Schönredner. Und ich sehe es optimistisch.

Aber ich komme nicht darum herum, ich bin nur noch bedingt einsatzbereit. Es ist einfach so. Derzeit nehme ich Aromatasehemmer. Mein Krebs war hormonell bedingt, d.h. das Östrogen stellte einen Wachstumsanreiz für ihn dar. Also nimmt man mir nun mit diesen niedlichen kleinen Pillchen das Östrogen weg. Was sich sehr einfach anhört.

Was chemisch gesehen auch bestimmt nicht so furchtbar kompliziert ist. Mag sein. Aber mein Alltag ist  seitdem eben nicht mehr so einfach. Im Alltag bin ich bedingt einsatzbereit. Das ist einfach so.

Dass meine Haare dünner geworden sind, geschenkt, das werden sie im Alter sowieso und Wallehaare hatte ich noch nie. Dass ich manchmal nicht schlafen kann, auch geschenkt, es ist so selten und dann koche ich mir eben einen Kaffee und setze mich an den Computer. Viel schlimmer sind die Knochenschmerzen. Holla die Waldfee, meine Gelenke, Fußgelenke, Hüftgelenke und Fingergelenke schmerzen manchmal so schlimm, dass ich das Gefühl habe, ich breche durch. Wenn ich z.B. vom Stuhl aufstehe, dann gehe ich die ersten Schritte gebückt, danach geht es dann. Treppensteigen ist nicht so einfach, geht aber. Es geht alles irgendwie. Nur eben mit Schmerzen. Für die es Schmerzmittel gibt, die ich auch schlucke, aber eben dosiert, ich kann ja nicht ständig betäubt rumlaufen.

Hinzu kommt nach der Bestrahlung die anfallsartige Müdigkeit. Wenigstens einmal am Tag knipst mir jemand das Licht aus. Echt wahr. Das ist nach 20 Minuten vorbei, aber ich muss mich dann legen, sonst sacke ich in mich zusammen.

Fazit: ich bin bedingt einsatzbereit. Ich bejammere den Zustand nicht. Ich muss ihn nur berücksichtigen. Und er ist allemal besser als Krebs.

An den Tagen, an denen ich im Büro arbeite, geht absolut gar nichts mehr. An den Telearbeitstagen geht es ein wenig besser. Ich bin eigentlich ein frohgelaunter Mensch. Und so kämpfe ich mich frohgelaunt durch meinen Alltag. Aber ich kämpfe.

Und doch geht es mir gut. Ich liebe mein Leben. Meine Wohnungssituation ändert sich grad. Ich bewohne ja ein ganzes Haus, nun bin ich in die Wohnung in Parterre gezogen, oben wird demnächst vermietet. Ich will alles nur noch auf einer Etage haben und wozu brauche ich so viele Zimmer. Außerdem, die Sache mit dem Treppen steigen...

Wie gesagt, bedingt einsatzbereit ;-)

Donnerstag, 11. September 2014

Ich schwör! Das ist genau so gewesen, ich schwör!!

Griechenland. Santorini. Flughafen. Ein kleiner Flughafen. Ein netter Flughafen. Man kommt rein, 6 Abfertigungsschalter. 4 offen. Es tobt der Bär, weil halt viele Urlauber nach Hause wollen. Es ist viel los. Nichts ungewöhnliches. Aber irgendwie geht es nicht weiter. Es bilden sich Schlangen, nicht an allen Schaltern steht, was da abgefertigt wird. Auf einmal eine Durchsage, die Maschine aus Mykonos zum Weiterflug nach Düsseldorf ist gelandet, die Passagiere mögen sich bitte an den Abfertigungsschalter begeben. Ja aber an welchen? Es wird etwas chaotisch, wir drängen alle vor, ein weiterer Schalter wird geöffnet, es erscheint die Leuchtschrift Düsseldorf. Wir alle hin. Die Koffer werden gewogen, dann müssen wir sie wieder runter nehmen und in die ganz hinterste rechte Ecke zur Security bringen. Aha. Das geht nur wenn wir durch die anderen Schlangen der anderen Abfertigungsschalter durchgehen. Offensichtlich ist was mit den Bändern kaputt. Wie auch immer, es ist ein Geschiebe und Gedränge, aber alles lacht, weil alle noch in Urlaubsstimmung.

Danach, so wird uns gesagt, sollten wir zu Gate 4. Ok, also erstmal die Koffer wegbringen. Eine ellenlange Schlage vor der Security. Aber irgendwann dann ist das auch geschafft, wo ist nun Gate 4? In der hintersten linken Ecke geht es zu den Gates. Also wieder durch alle anderen Schlangen durch, diesmal aber ohne Koffer. Alles lacht, weil alle noch in Urlaubsstimmung.

Wir kommen also in der Halle an, wo die Gates sind, 4 bis 6, die anderen sind offensichtlich in einer andere Halle. Also 3 Gates insgesamt. Man muss es sich so vorstellen, dass da 3 Türen sind, sehen so in etwa aus wie riesige Balkontüren, doppelflüglig, ca. 5 Meter auseinander die Türen, also 5 Meter zwischen jeder Türe. Über Gate 6 steht Düsseldorf. An der Anzeigentafel steht für Düsseldorf Gate 6. Also gehen wir nach Gate 6. Alles ist voll. Gate 5 ist Paris, und bei Gate 4 steht Heraklion. Gut. So sei es. Wir stehen da und warten. Die Franzosen stehen vor Gate 5, die Griechen vor Gate 4 und die Deutschen vor Gate 6. Wie es an den Anzeigetafeln und auch über den Türen steht.

Auf einmal die Durchsage, die Passagiere für Düsseldorf mögen sich bitte nach Gate 4 begeben und die Passagiere für Heraklion nach Gate 6. Panik in den Augen der Franzosen, weil plötzlich von rechts die Deutschen herandrängeln und von links die Griechen. Ein wahnsinniges Geschiebe beginnt, nichts geht mehr, die Balkontüren öffnen sich, die für Paris auch. Und dann bricht Partystimmung aus. Wir stehen wie die Kanthölzer und lachen und haben gute Laune, ich stehe mit zwei Französinnen und zwei Griechinnen zusammen auf einem Qradratmeter und wir kommen aus dem lachen nicht mehr raus. Es ist köstlich. Die Menge schiebt sich von vorne nach hinten, von recht nach links und umgekehrt und es herrscht eine regelrecht lustige Stimmung.

Langsam erreichen wir nach und nach die Balkontüren, müssen unsere Tickets abgeben und gelangen dann auf so eine Art Terrasse, links die Deutschen, in der Mitte die Franzosen, rechts die Griechen. Alle auf einer Terrasse, ohne Begrenzungen. Und wir lachen und lachen und dann kommen drei Busse. Einer für die Deutschen, einer für die Franzosen, einer für die Griechen. Vor uns, in ca. 40 Meter Entfernung, stehen drei Flugzeuge. Die können es ja nicht sein, weil das könnte man ja laufen.

Wir steigen in die Busse ein. Unser Bus, ein Altertümchen, fährt ca. 10 km/h langsam, weil er furchtbar quitscht und wackelt und schlapp zu machen droht, er fährt ein Stückchen gerade aus und hält dann an dem 1. Flugzeug, was da 40 Meter weiter...

Noch beim Einsteigen lachen wir alle herzlich, auch die Stewardessen lachen, alles lacht, wie man innerhalb so kurzer Zeit so ein Chaos verursachen kann, das ist eine echte Leistung!!

Aber es hat alles geklappt, wir sind sogar 15 Minuten früher gestartet, das ist unglaublich. Das muss man erstmal hinkriegen, sowas können wirklich nur die Griechen. Heilloses Chaos, keiner weiß warum, im Grunde ist es auch egal, weil wir sowieso wieder auf einer Terrasse landen, alle zusammen, dann kommen altersschwache Busse und bringen uns 40 Meter weiter... aber es wurden Freundschaften fürs Leben geschlossen!!

Das ist Griechenland!!

Montag, 18. August 2014

Urlaub


Ich war in Urlaub, mit meinem Liebsten, wir haben Städte besichtigt und deren Sehenswürdigkeiten, es war wunderschön! Gewohnt haben wir im Haus meines Vaters, der selber in Urlaub ist, er kraxelt in Österreich über die Berge. So hatten wir Ruhe und konnten uns ganz auf uns konzentrieren, was sehr schön war. Klappt nämlich supergut. Also mit uns ;-) Hätte ich ja gar nicht mehr gedacht, so in meinem Alter, nach dem Tod meines Mannes. So als alte, kranke, anastrozolnebenwirkungsgeplagte Witwe ;-) Aber wie heißt es? Erstens kommt es anders als man zweitens denkt. So isset.

Nun bin ich also wieder in einer Beziehung lebend, wie sich das anhört. Ich habe einen Freund. Hört sich besser an. Und morgen gehe ich wieder arbeiten.

Samstag, 2. August 2014

Balkongedanken

Ich sitze auf dem Balkon in der Stadtwohnung, also das kommt so, ich habe ein Haus, das ist das Landhaus. Es steht auf dem Land und gehört eigentlich gar nicht mehr mir, weil ich es verschenkt habe. Meiner liebsten Schwester. Weil sie bzw. ihre Kinder sollen es sowieso mal erben und ich habe keine Kinder und mein Mann ist tot und außerdem war ich schwer krank. Da kommt man schonmal auf so Gedanken mit verschenken und so, jedenfalls geht es mir seither besser. Ich habe mich noch nie so wohl gefühlt dort, seit das Haus meiner Schwester gehört. Und mir gehört es auch, ich stehe nämlich auch im Grundbuch, als Nießbraucherin. Das ist eine schöne Variante von gemeinsam gehören. Ich liebe es. Jedenfalls, wie komm ich überhaupt drauf? ach ja, Landhaus. Das ist sozusagen unser Landsitz, wenn mein Freund mich besucht, dann sind wir auf dem Landsitz ;-) und besuche ich ihn, dann sind wir in der Stadtwohnung. Man gönnt sich ja sonst nix ;-) Und da bin ich also grad, in der Stadtwohnung auf seinem Balkon und denke so rum. Balkongedanken. Und da dachte ich an meinen Balkon und das Grünzeug, was ich da habe.



Diese alte Teekanne habe ich bei eBay erstanden, ewig ist es her, da lebte mein Mann noch, dessen Grab ich habe neu gestalten lassen


was ganz schön teuer ist, aber so ist es, es ist einfach nicht mein Ding, stundenlang Pflänzchen zu setzen und... nein, ist es nicht. Dafür zahle ich lieber. Ist ja nur einmal und dafür sieht es dann gut aus. Ich glaube, es würde ihm gefallen. Mir gefällt es jedenfalls.

Zurück zu dem Teekännchen, es ging kaputt. Das war so schade, liebe ich doch diese Blümeleinmuster über alles, ich wollte sie grad entsorgen... da fiel mir ein, so ein Kraut, das sähe doch gut darinnen aus und gesagt getan, "Tau des Meeres" gekauft (für Lateiner: ros marinus, ich bin kein Lateiner, leider, aber ich liebe Sprachen und deren Herkunft und Bedeutung und alles, was damit zusammenhängt) und hinein damit und sieht es nicht schön aus?

Ich liebe meinen kleinen Balkon, der Dank der tatkräftigen Hilfe meines Vaters wieder richtig gut aussieht. Nun mit Blümeleinteekanne.

So, genug der Balkongedanken, ab zum Flughafen, ich hole mein Schwesterlein ab. Sie kommt aus dem Orient angeflogen und besucht mich. Darauf freue ich mich. Sehr.


Donnerstag, 31. Juli 2014

Mein Leben mit Krebs

Heute war ich bei meiner Psychoonkologin, und wieder habe ich gemerkt, es war eine der richtigsten Entscheidungen in meinem Leben, eine solche Therapie zu machen! Ich weiß, richtiger als richtig geht nicht, aber das ist doppelplusrichtig ;-) Wer erinnert sich noch an George Orwell? Wie auch immer, ich habe meine Krankheit in mein Leben integriert, sie gehört zu mir, wie so vieles zu mir gehört, was mir nicht unbedingt gefällt. Ich hoffe, ich bleibe gesund, werde gesund, bleibe es, wie immer man es ausdrücken will, aber ich hoffe es. Mein Professor sagte mir, drei Jahre nach der OP so gute Ergebnisse, ich hätte die Chance, wieder ganz gesund zu werden. Aber wie schnell das alles kippen kann, das wissen wir ja nun. Ich hoffe, er hat Recht. Jedenfalls wünsche ich es mir.

Zu meinem Leben gehört nun meine Krebserkrankung dazu und sie ist nicht mehr das zentrale Thema in meinem Leben. Darum werde ich mich jetzt vermehrt hier tummeln und nicht mehr da.

Es ändert sich grad vieles in meinem Leben, manchmal bin ich baff erstaunt, was mir auf meine alten Tage noch so passiert ;-) aber es ist wieder schön, mein Leben. Ich lebe wieder gerne. Ich lebe auf.

Und Sonntag, ja Sonntag, da kommt er wieder, er, mein kleiner Mitbewohner, meine geliebte Fellnase, mein Mixlein:


Freitag, 27. Juni 2014

Änderungen

So, hier bin ich mal wieder, ich habe eine lange lange Pause eingelegt, weil mein Leben grad eine Änderung erfahren hat und ich auch mein Haus komplett verändert habe. Wahrscheinlich geht sowas einher, die eine Änderung mit der anderen Änderung. Viele Änderungen zieren meinen Lebensweg und seit dem Tod meines Mannes kamen sie in Scharen angeflogen, die Änderungen.

Manchmal denke ich, jetzt ist aber genug... doch Stillstand ist auch nicht das Wahre also ändere ich halt die Änderungen und mein Haus muss es erdulden ;-) Doch, ganz ehrlich, so, wie es jetzt ist, gefällt es mir am besten!! Nicht nur das Haus, sondern auch mein Leben.

Das ist übrigens die kleinste Änderung, ich habe im Keller das asbach uralte Werkzeugkistchen meines Vaters gefunden und ich finde, so als Regalersatz an der Wand macht es sich gut, oder?




Sonntag, 2. Februar 2014

Eisblumen

Diese Haustüre ist 62 Jahre alt, sie ist verzogen, der Wind pfeift Lapaloma dadurch und außerdem ist sie nicht mehr sicher. Sagt der Türenmann. Da hat der Türenmann Recht. Aber was ist schon sicher? Ich brauche dennoch eine neue Türe. Die Türen, die mir gefallen, kosten ein Vermögen, die anderen sind einfach nur teuer.

Also wird diese Türe wohl noch etwas älter werden. Es gibt nur noch drei Häuser hier auf der Straße, die die ersten Türen noch haben. Immerhin habe ich schon neue Fenster. Als ich noch die alten Fenster hatte, hatte ich Eisblumen. Wer kennt noch Eisblumen? Ich spare jetzt ganz viel Heizkosten, aber die Eisblumen fehlen mir trotzdem.

Jetzt kommt die Energiewende. Steht überall in der Zeitung. Wahrscheinlich gibt es dann auch wieder Eisblumen...



Donnerstag, 30. Januar 2014

Nachschub für meine Bilderwände - ich liiiiieeeebe es!!




krass aber schöööööön:


und echte Edelweiß waren auch dabei:


eine meiner vielen Bilderwände, Flohmarkt und eBay machens möglich ;-)


Montag, 27. Januar 2014

Streublümchengedanken


Heute teste ich die neue Camera, die ich mir gekauft habe, Canon ixpixirgendwiefünfhundersowieso, die haben ja immer so dolle Namen, Männernamen sage ich, die denken sich sowas aus, ich weiß, wovon ich rede... ;-) aber sie ist schön, leicht, klein, gut, und sie hat WLAN und ich habe es doch tatsächlich geschaft, mit nur ein paar Wutanfällen, dieses Ding ans Netz zu kriegen. Jetzt kann ich von meinem kleinen feinen iPad aus bloggen, das ist doch was! Ich muss die Camera aber noch lernen, also seid nicht zu kritisch mit dem Foto, das ist erstmal nur ein WLAN-Testfoto ;-)

Und jetzt gibbet Frühstück!

Wünsche allen da draußen im Weltweitnetz einen schönen Tag!!

Donnerstag, 23. Januar 2014

alles Bio oder was?

Klar das!!
Also, ich meine, ich kaufe ja schon lange nicht mehr im Supermarkt an der Fleischtheke, aber jetzt will ich es auch mal los werden, wer da kauft, der trägt Mitverantwortung für das Leid der Tiere! INDUSTRIEFLEISCH IST HORROR!! Es gibt genug Quellen, die darüber berichten, was den Tieren angetan wird. Den Schweinen. Den Kälbern. Den Rindern. Den Puten. Den Hühnern. Und komme mir jetzt keiner mit dem Geldargument, Bio kann ich mir nicht leisten. Dann esst eben weniger. Wir essen sowieso zu viel Fleisch. Und es wird immer schlimmer. Jetzt kommen noch andere Kontinente hinzu, deren Fleischbedarf gedeckt werden will.

Da regen wir uns über diese bedauernswerten Delfine auf, die in dieser japanischen Bucht abgeschlachtet werden, und was wird hier in der Massentierhaltung gemacht?

Ich kann mich da immer wieder maßlos drüber aufregen. Ändern kann ich es nicht, aber ich kann aufhören, das Fleisch zu kaufen.

Und es muss auch nicht immer Bio sein, es gibt noch wirklich gute Metzger, wirklich gute Landwirte. Auch da findet man im Internet so einiges.

So, das musste mal raus. Ich wollte eigentlich was ganz anderes schreiben, aber nun bin ich da gelandet. Ich wollte was über Charlie schreiben. Und über die hübsche junge Frau, die mit der Vespa durch die USA gefahren ist und nun mit Charlie zusammen lebt.

Eigentlich. Aber nun ist es uneigentlich geworden ;-)



Mittwoch, 22. Januar 2014

Die Tage des weißen Elefanten

Mutter ist gestorben. Wir haben sie mit einer schönen Trauerfeier verabschiedet. Nun ist sie von ihrem Leiden erlöst, der Alzheimer hat ein Ende. Ich habe ja schon vor zwei Jahren angefangen, darüber zu schreiben, bald ist das Büchlein fertig, wenn ich es veröffentliche, dann werde ich es hier posten.

Die Tage des weißen Elefanten - Eine Familie und Alzheimer

Es ist ganz schwer, wenn man miterleben muss, wie ein vertrauter Mensch sich so massiv verändert und ohne bevormundende Hilfe ein gemeinsamer lebbarer Alltag nicht mehr möglich ist.

Letztenlich war das Demenzheim ein Segen, denn wenn es zu Hause nicht mehr geht, wenn das gemeinsame Leben endet, dann braucht man Hilfe, Hilfe, um das alles auszuhalten.

Es gibt gute Pflegeheime. Ja, es gibt auch schlimme, aber gute gibt es auch. Und ich mache jetzt ungeschminkt Werbung: die MediPflege24 IST gut. Wenn man schon so ein hartes Schicksal mit tragen muss, dann braucht man solche Hilfe an seiner Seite.

Mutter ist friedlich gestorben. Sie ist einfach eingeschlafen. Vater war bei ihr. Sie hat noch einmal die Augen geöffnet und hat dann aufgehört zu atmen.

Schwer.

Bis wir uns wiedersehen.

Mittwoch, 4. Dezember 2013

Weihnachtsgedanken

Ich liebe ja bekanntlich Weihnachten und besonders Weihnachtsbäume, ich habe viele kleine Bäumchen, der hier ist im Büro und zu Hause auf meinem neuen Wohnzimmertisch sind auch ganz viele
aus Glas, aus Draht, aus Holz, aus allerlei. Ich liebe das. Ich bin sowieso ein Zeugmensch, ich brauche Zeug um mich rum. Bücher und Zeug. Dann geht es mir gut. Dann geht es mir auch in schlechten Zeiten gut. Aber jetzt habe ich grad gute Zeiten, es möge noch eine lange Weile so bleiben. Und dann fand ich heute das vierte Türchen der Hoffnung und dachte wieder an so allerlei und daran, dass ich die Adventszeit sehr mag.

Samstag, 23. November 2013

ich habe ihn geliebt

Doch, ich habe ihn geliebt, meinen Beruf! Ich habe ihn wirklich geliebt!! Und seltsamerweise vermisse ich ihn nicht. Ist das ein Zeichen, dass man alt wird? Dann bin ich ganz ganz alt, denn ich vermisse ihn weniger als nicht ;-) ich vermisse ihn minus ;-)

Heute schreibe ich nur noch. Und das einzige Technische, was ich mache, ist den privaten Router zu konfigurieren und auch da möchte ich ihn am liebsten mit dem Vorschlaghammer platt hauen, wenn er nicht sofort das tut, was ich will! Ich habe keine Geduld mehr für den "Kampf Mensch gegen Maschine", was mir früher so eine Freude machte, eine Herausforderung war, nervt mich heute nur noch unendlich.

Technik soll funzen und sonst nichts.

By the way, ich bestreite, dass wir auf dem Mond gelandet sind. Nicht weil ich den Verschwörungstheorien Glauben schenke, neinnein, nun wirklich nicht, sondern weil ich mich frage, wie sie das koordiniert bekommen haben ohne Vorschlaghämmer. Vielleicht hatten sie damals kein Windoof, dann mag es doch gelungen sein ;-)


Donnerstag, 21. November 2013

mir stinkt's

Zwei Männer werkeln seit Stunden in meinem Keller herum, sie bohren, schleifen, fräsen und was sie sonst noch für Gerätschaften mitgebracht haben. Und es stinkt. Ganz furchtbar stinkt es. Ich darf keinen Wasserhahn aufdrehen, ich komme mir vor wie vor langer langer Zeit, als wir meine Tante und meinen Onkel im Neanderthal besuchten, sie wohnten in einem damals schon alten Haus und für alle gab es ein Plumpsklo im Hof. Und fließend Wasser gab es nur kalt. Damals war das normal. Wie es wohl wäre, wenn es wieder so käme?

Mittwoch, 20. November 2013

aufgefüllt

Der Winzer aus der Pfalz war heute da und hat mein neues Regal aufgefüllt ;-) ... übrigens... die beiden leeren Flaschen oben rechts... die sind vom letzten mal! Wirklich!! Gaaaanz wirklich!!

Spätburgunder, mmmmmhhhh... die Farbe!! Und alles Bio. Am Wochenende bin ich zum Kaninchenessen eingeladen, ich glaube, da werden wir mal den Spätburgunder testen ;-)

45.000 €

Ist das nicht ein hübsches Gerät? Ok, okok, ich weiß, sowas kann nur hübsch finden, wer aus der ganz alten Zeit der EDV (ja so hieß damals die IT) kommt. Ich komm von da, wir hatten noch Bildschirme mit grünen Buchstaben und sonst nix!! Kein bunt, keine Bilder, keine Maus. Da wurde nicht geklickt, da wurde getippert. Und zwar kryptisch. Ach wie ich das vermisse!! Echt jetzt, da hat Computerarbeit noch Spaß gemacht, jedenfalls mir. Egal, vorbei ist vorbei. Das Teil hat übrigens schlappe 90.000 DeutschMark gekostet, echt wahr. Als sie ausgemustert wurde, durfte ich sie mit nach Hause nehmen. Ich habe sie dann ab und an mal angemacht und gejauchzt... wenn ich die Stromrechnung gesehen habe... dieses Ding kann man auch als Etagenheizung nutzen, echt wahr. Heute steht sie in einem kleinen privaten Museum. Dieses Ding nannte sich übrigens RS/6000 550e und damals gab es noch kein Windoof. Aber alles hat mal ein Ende.

Und Dieter Hildebrand ist auch tot :-(

Samstag, 16. November 2013

vor 7 Jahren

Ich entmülle grad meine Blogs und lösche und erneuere, was man halt so macht im Leben, im echten wie im elektronischen, und da fand ich einen Traum, den ich am 7. Oktober vor 7 Jahren hatte, der ist so gut, den möchte ich Euch nicht vorenthalten. Das Foto ist übrigens nicht 7 Jahre alt, es ist recht aktuell, entstanden in meinem Büro, wir müssen doch für das Intranet ein Foto abliefern und da von mir nur noch ein altes asbachuraltes lange lange vor meiner Krankheit existierte, habe ich selber ein neues gemacht. Ich finde, es ist gut gelungen. Also für selbst gemacht und schräg gegrinst in einen alten Fotoknipsapparat finde ich, ist es doch recht gut gelungen. Da hocke ich in meinem Büro und trage meine recherchierten Fakten zusammen und bastele daraus mit schönen Worten einen schönen Bericht. Aber das ist eine andere Geschichte, hier geht es um meinen Traum von vor 7 Jahren:

" - Das Häuten der Zwiebel -

Letzte Nacht hatte ich einen Traum, der war so echt, als ich wach wurde, fühlte es sich wirklich an wie erlebt. Aber es ging nicht um das Häuten der Zwiebel. Es ging um den Autor. In diesem Traum also war ich mit Günter Grass verheiratet und hatte gerade unser gemeinsames Kind geboren. Wir waren mit einigen anderen Menschen in einem alten Haus, hohe Decken, weite Räume, weitläufige Flure, viel dunkelbraunes Holz und weiß getünchte Wände.

In einem solchen Flur stand ich neben einem hohen, mit Gardienen behangenen Fenster an der Wand gelehnt und stillte das Kind an der rechten Brust. Dann betrat Günter Grass durch eine dunkle schwere Holztüre den weiten Flur, sah mich, lächelte, ihm folgten einige Literaten, wer es war, nahm ich nicht wahr, sie gingen über erhaben knarrende Holzdielen zur nächsten Besprechung. Er bog, bevor er an mir vorbei kam, in einen anderen Flur ab, hob seinen Stock an und meinte, vergiss die linke Brust nicht. Ich blickte auf das Kind hinunter, welches wohlig trank und dachte, ja, in der Tat, ich könnte wechseln und tat dies auch. Ich lächelte zurück, wir nickten uns beide an und er ging mit den anderen in den Flur hinein.

Ich stand noch eine Weile mit dem trinkenden Kind an der Wand, wurde von Leuten angesprochen, ob dies das Kind von Günter Grass sei, wie es dazu gekommen sei und was wir für Pläne hätten für unsere Zukunft. Alles fühlte sich so stimmig an, so richtig, ich fühlte mich in einer wunderbaren Mitte... ...dann klingelte der Wecker. Schade, der Traum war wirklich richtig gut! Was er mir wohl sagen will?"

Heute verstehe ich ihn, den Traum, damals war er mir ein Rätsel.

Dienstag, 5. November 2013

Betriebsausflug


Heute ist wieder ein Erinnerungstag, nämlich wie ich mich von der IT, die, als ich anfing, noch EDV hieß, verabschiedet habe. Niemals, wirklich niemals hätte ich mir das vorstellen können. Und noch heute wundere ich mich über mich selber. Und kurz nachdem ich die Stelle gewechselt hatte, fuhren wir zur Museumsinsel Hombroich, ich mit meinen neuen Kollegen und die alten schwirrten auch immer da rum, aber ich fühlte mich gut.

Und jetzt? Einen verstorbenen Ehemann und eine Krebserkrankung später fühle ich mich immer noch gut. Krass das. Echt krass das.

Samstag, 26. Oktober 2013

Mein Vater

Heute ist ein Erinnerungstag, ich schwelge in Erinnerungen. Telefonierte eben mit meinem Vater, der auf dem Bild hier schlappe 20 Jahre jünger war, da war ich... rechnerechne... 34. Mein Gott, vierunddreißig, das muss man sich mal überlegen. Was habe ich damals gemacht? Mit Absoluter Hingabe und Begeisterung in der IT gearbeitet, die damals noch EDV hieß. So ziemlich als einzige Frau weit und breit. Glaubt heute kein Mensch mehr. Na jedenfalls telefonierte ich mit meinem Vater. Wir sprachen über Mutter. Und dass er doch viel viel früher hätte erkennen müssen, dass sie Alzheimer hat. Hätte hätte Fahrradkette. Das fängt ja alles ganz langsam an. Das glaubt man ja nicht, man glaubt es einfach nicht.

Man glaubt so vieles nicht. Habe heute einen sehr guten Spruch gelesen: Manchmal muss man Dinge laut aussprechen, damit man sie hört und sie wahr werden. Das stimmt. Wie komme ich überhaupt auf all das? Ach ja, Erinnerungen. In denen ich schwelgte. Jetzt habe ich aber genug geschwelgt, jetzt noch eine letzte Hunderunde und dann ins Bett. Gute Nacht!

Donnerstag, 24. Oktober 2013

Vorahnung


Heute ist herrlichstes Herbswetter, die Sonne scheint und es ist warm. Ich bin heute fies ;-) denn ich will Euch nur sagen, gewöhnt Euch nicht dran, er steht nämlich vor der Türe. Wer? Na, der
WINTER

Montag, 21. Oktober 2013

Musze in Technologiezeiten ;-)

blogger macht aus Muße Musse darum mach ich aus Musse Musze ;-) 



Was braucht der Mensch mehr als ein lecker Stück Kuchen oder zwei ;-) ein Tässchen Kaffee und ein iPad ;-) fehlt nur noch die Sahne...

Wiki sagt: Mit Muße bezeichnet man die Zeit, welche eine Person nach eigenem Wunsch nutzen kann (z. B. um sich zu erholen). Nicht alle Freizeit ist gleichzeitig auch Muße, da viele Freizeitaktivitäten indirekt von Fremdinteressen bestimmt werden. Zum Unterschied von „Muße“ und „Muse“: Die beiden Wörter „Muße“ und „Muse“ haben eine andere Wortherkunft. Die „muoza“ (althochdeutsch) und später „muoaze“ (mittelhochdeutsch) hat die Bedeutung von freier Zeit (den Begriff „Freizeit“ gab es im Mittelalter noch nicht). Mit freier Zeit verbunden war „muoze“ auch Bequemlichkeit, angemessene Gelegenheit und Spielraum, der sich nach Belieben gestalten ließ. Das Wort „Muse“ hingegen kommt aus der griechischen Mythologie, entlehnt von dem gr. Μοῦσα (dt. Mousa) - die Musen waren die griechischen Göttinnen der Künste und Wissenschaften. Die Redewendung „von der Muse geküsst werden“ meint etwa ‚zu künstlerischen Leistungen inspiriert werden‘.

Aha, nun sind wir schlauer, immerhin, und Muße gibt es auch im Internetzeitalter. Sogar MIT Technik, wirklich wahr. So ein wenig rumsurfen, mal hier... mal da... Gedanken spielen lassen, Bilder gucken, warum nicht. Es ist alles eine Frage der Menge. Apropos Menge, grad rief 1&1 an und wollte mir das neue Outlookpaket verkaufen. Da kann man schön seine Termine sortieren. Und all sowas machen. Läuft online, also plattformunabhängig. Da ich ja Mac's nutze, aber ich will nicht. Ich will einfach nicht, never change a running system und mein system is running und zwar very well!!

Freitag, 18. Oktober 2013

Vorfreude

Warum ich seit gestern über die Weihnachtszeit nachdenke, hm, kann ich gar nicht so genau sagen, war irgendwie Thema. Jedenfalls kommt so langsam die Vorfreude auf, kann es kaum noch erwarten, die Deko rauszusuchen, die Kugeln und Sternchen aufzuhängen und überall den Glitzer zu verteilen und diese kleinen Holzfigürchen und Tischdecken und Kerzen und... hach ich freu mich darauf!!

Und Ihr so?

Mittwoch, 16. Oktober 2013

Vater, ich und der Baum


AUFRUF

Ich sammele Weihnachtsbäume, bitte schickt mir Weihnachtbäume!! An saramaria(a)samate.de und die stelle ich dann hier ein. Und schreibt mir wo der Baum steht oder was auch immer Ihr fotografiert habt, ich sage jetzt schonmal danke!!

Die Insel

Ich sitze an meinem Schreibtisch und denke über die nächste Kurzgeschichte nach, da geht es um den Zeh. Um einen Zeh. Die ist noch nicht fertig, die Geschichte, und heute wird sie auch nicht fertig, weil heute denke ich an meinen letzten Urlaub auf der Insel. An die Sonne denke ich. An das Meer. An meine Schwester. Und dann habe ich Sehnsucht. Nach der Urlaubsleichtigkeit.

Donnerstag, 8. November 2007

zurück aus Berlin


1963 oder 64 muss das gewesen sein. Wir haben Mutters Eltern, meine Großeltern besucht, die damals noch in Berlin wohnten. Auf dem Flughafen Düsseldorf war ein Fotograf, der ungewollt Bilder machte, die man dann kaufen konnte. Was meine Mutter offensichtlich getan hat. Denn sonst gäbe es diese Aufnahme nicht.

Meine Mutter war da 25 oder 26 Jahre alt. Den Mantel hat sie sich übrigens selbst genäht, mangels Geld hat sie uns fast alles selbst genäht. Ohne jeh einen Nähkurs besucht zu haben. Sie hat immer Wert auf gute Kleidung gelegt und mein Vater erzählte mir mal "um Deine Mutter haben mich damals alle beneidet".

Und jetzt ist sie so furchtbar krank.

Donnerstag, 25. Oktober 2007

Hängematte


An diesen Tag kann ich mich noch genau erinnern, das ist jetzt 40 Jahre her, Oma Berlin, die Mutter meiner Mutter, war zu Besuch, wir sind spazieren gegangen und landeten auf einem Kinderspielplatz im Dorf. Dort führte ich Oma vor, wie gut ich Hängematte machen kann. Ich fühlte mich wahnsinnig erwachsen!!

Wer das Foto gemacht hat, erinnere ich nicht mehr. Ein Fremder?

Freitag, 19. Oktober 2007

Meine Mutter


Das ist meine Mutter. Da wusste sie noch nicht, dass sie mal meine Mutter wird. Da war sie 16 und voller Hoffnun und unglaublich talentiert, was nähen anging, auch dieses Kleid hat sie sich aus Resten und was sie im Nachkriegsberlin so auftreiben konnte zusammen genäht. Ich habe lange nicht gewusst, wie sehr mich meine Mutter geprägt hat. Erst so langsam begreife ich es.

Mütter sterben nicht. Gleichen alten Bäumen.
In uns leben sie und in unsren Träumen.
Wie ein Stein den Wasserspiegel bricht,
zieht ihr Leben in dem unsren seine Kreise.
Mütter sterben nicht, Mütter leben fort auf ihre Weise
- Verfasser unbekannt -


Dienstag, 19. Dezember 2006

Ich freue mich!



Ja, ich freue mich dieses Jahr auf Weihnachten!! Ich habe auch schon alles erledigt, was ich erledigen wollte, alle Karten sind geschrieben, selbst gemacht, alles ist geschmückt, gekauft, gebastelt, ich habe die Zeit gefunden und auch die Ruhe gehabt. Es fehlt nur noch der Baum. Die Kugeln und das Lametta warten schon auf ihn.

Ich freue mich wirklich riesig. Es ist das erste Weihnachtsfest nach, ja, nach was? Nach der Tsunamierkenntnis. Ich fühle mich richtig befreit, ich fühle mich seit Jahren wieder richtig gut. Ich freue mich so sehr auf Weihnachten.

Schon als kleines Mädchen war es für mich das wichtigste Fest. Kinder haben ja immer noch einen Zugang zu dem Ort, wo wir alle herkommen, sie haben noch eine Verbindung, können Dinge sehen oder hören, die Erwachsenen verschlossen bleiben. Ich denke da auch an den Film The Sixth Sense, und ich bin fest davon überzeugt, dass ich als Kind etliches erlebt habe, was den Erwachsenen wieder fremd geworden ist. Weihnachten war für mich immer in Fest des Christkindes. Da kommt ein Kind auf die Welt und beschenkt andere Kinder. Ich habe das "gewusst", es war für mich so klar und deutlich, daran kann ich mich noch gut erinnern.

Mit dem kirchlichen Weihnachten konnte ich noch nie was anfangen. Die Kirche kannte die ersten drei Jahrhunderte nach Christi das Datum der Geburt von Jesus nicht. Und im 4. Jahrhundert entbrannte dann eine Diskussion über diesen Tag. Einige schlugen den 6. Januar vor, den Tag des Koreion, an dem die Jungfrau Kore in Alexandria Aion - die mystische Darstellung der Geburt der neuen Sonne - gebar. Heute heißt der Tag Epiphanias, die griechisch-orthodoxe Kirche feiert Weihnachten noch immer zu diesem Zeitpunkt.

Der Klerus in Rom bevorzugte das Mittwinterfest des Mithraskultes. Mithra war für die alten persischen Magier der Gott des Lichtes. Licht wurde von der Luft getragen und darum nahm man an, Mithra wohne zwischen Himmel und Erde. In der Mythologie der Magier ist Mithra aus einem Felsen geboren. Hirten haben das Wunder gesehen und beobachtet, wie er sich fast nackt aus dem Felsen rang, bekleidet war er lediglich mit der Phrygermütze (die Mithra), außerdem hatte er eine Fackel, um die Finsternis zu erleuchten. Die Hirten kamen, um das göttliche Kind anzubeten. Erinnert doch alles irgendwie an die heiligen drei Könige.

Kaiser Aurelius nun vermischte dieses Mittwinterfest mit dem griechischen Sonnenfest der Helia und nannte es "Geburtstag der unbesiegten Sonnen". An diesem Tag, dem 25. Dezember, wurden auch andere Götter geboren: Attis, Dionysos, Osiris, der syrische Baal und viele andere Versionen des Sonnengottes. Man nannte sie Sonne der Gerechtigkeit, Licht der Welt oder auch Erlöser.

Die meisten heidnischen Mysterienkulte feierten die Geburt des göttlichen Kindes zur Wintersonnenwende. In Nordeuropa feierte die Menschen den Geburtstag ihres Herrn Freyr am dunkelsten Tag des Jahres, dem Julfest (wenn wir da nicht an IKEA denken ;-). Die Nacht der Geburt, der "Heilige Abend", hieß Modranect (lateinisch matrum nox), Nacht der Mutter. Viele Kinder wurden dort geboren, Rhiannon gebiert ihren Sohn Pryderi, durch Isis wird Horus wieder geboren, Demeter bekommt ihre heilige Tochter Persephone, die Erdgöttin schenkt Dionysos das Leben, und in Japan kommt Amaterasu aus ihrer Höhle.

Jedenfalls setzte im Jahre 353 Papst Liberius die Geburt Jesu dann auf den 25. Dezember fest. In Rom wurde damals das Christentum zur Staatsreligion erklärt und in einem Aufwasch alle Festtage des heidnischen Kultes umgewandelt in christliche Feste. Der so entstandene christliche Weihnachtskult umfasste damit auch das heidnische Fest der Wintersonnenwende und das Fest des Aion. Die Kirche wählte ganz bewusst die Datierung des Geburtstermins von Jesus als Ersatz für den heidnischen Kalender.

Bräuche wie Weihnachtsbäume, Geschenke, Mistelzweige, Kerzen, Stechpalmensträucher, Lieder und Feiern waren alle heidnisch. Sie stammten aus der Verehrung der Göttin als Mutter des göttlichen Kindes.

Weihnachtsbäume kamen von den Pinienhainen, die nahe bei den Tempeln der Göttin lagen. Priester schnitten in der Nacht vor dem Heiligen Abend eine der heiligen Pinien, schmückten sie und trugen sie in den Tempel. Daran wurde das Bild des Attis aufgehangen. Attis ist ein Sohn der irdischen Inkarnation der Göttin, er war ein "Gott ohne Vater", der Sohn der Jungfrau, er begleitete Kybele, die Große Mutter der Göttin, von Kleinasien nach Rom. Der Attiskult beeinflusste das frühe Christentum sehr stark, was an der "jungfräulichen Geburt" des Christus zu erkennen ist.

Doch die Feiern der Weihnachtszeit blieben heidnisch, so dass viele Kirchenmänner verbittert diese "fleischliche Extravaganz und Ausgelassenheit" beklagten. Die Puritaner in Massachusetts versuchten sogar, das Weihnachtsfest ganz abzuschaffen, was ihnen natürlich nicht gelang.

Neben vielen anderen Bräuchen, die mit dem Weihnachtsfest verbunden waren, gab es einige, die für heidnische Festtage typisch waren und die mir meine Großmutter selber noch erzählt hat, nämlich dass um Mitternacht des Heiligen Abends Tiere menschliche Worte sprechen.

Weihnachten ist für mich ein Mysterium. Ich liebe Weihnachten. Und ich spüre, da ist was. Etwas, was Licht und Freude bringt. Und was mit unbefleckter Empfängnis nicht das geringste zu tun hat.

Frohe Weihnachten!!

Mittwoch, 15. November 2006

Kugeln vor 40 Jahren

Vor einigen Wochen war ich mit meinem Mann in Wuppterthal auf einem Flohmarkt. Wir kamen ziemlich spät dort an und nach kurzer Zeit wollten einge Leute ihre Sachen einfach nur noch los werden und einpacken. So auch die beiden netten älteren Frauen mit lauter Haushaltskrams. Wir wollten es partout nicht kaufen und so lächelten sie sich an, lächelten uns an, nahmen einen riesengroßen Plastiksack und stopften ihn mit Dingen voll. Unter anderem mit Kartons voller alter silberner Weihnachtskugeln.

Da war dann die Idee geboren, dass ich dieses Jahr so einen Baum mache, wie unsere Oma ihn immer gemacht hat. Mit silbernen Kugeln und echtem Lametta aus Staniolpapier. Dank eBay habe ich mir die noch fehlenden Dinge ersteigert und so werde ich also dieses Jahr einen Baum der Erinnerung schmücken. Mit richtig alten wunderschönen Weihnachtskugeln, so, wie sie damals halt Mode waren. Mit echtem Lametta. Alles in Silber.

Ich kann Euch gar nicht sagen, wie sehr ich mich dieses Jahr auf das Weihnachtsfest freue!! Ich habe es mir erkämpft, ich habe so viele Brocken beseitigt und mir dieses ruhige und beschauliche Fest erkämpft. Hajo und ich haben es bisher jedes Jahr geschafft, ein schönes Weihnachtsfest hinzukriegen. Diesmal wird es eins ohne die alten Brocken. Aber mit silbernen Kugeln. 40 Jahre alten silbernen Kugeln.

Ich freue mich so. 

Dienstag, 14. November 2006

Augen können fühlen

Da arbeite ich nun. Ich meine, wenn ich aus dem Fenster blicke, dann sehe ich das. Oder Teile davon. Sieht irgendwie doch gut aus. Jedenfalls sehenswert.

Vor Jahren, Jahrzehnten, bin ich als junge Studentin von Aachen, dort studierte mein Freund, nach Köln, meinem damaligen zu Hause, gefahren. Mit dem Zug. In meinem Abteil saß ein sehr alter Mann. Mit dem kam ich ins Gespräch. Er war Architekt, lange schon nicht mehr als solcher tätig. Und er erklärte mir, was an modernen Hochhäusern falsch ist. Er meinte an diesen Betonbunkern. Die einfach nur schachtelförmig funktional sind.

Wir fuhren durch Bonn und da kann man noch viele alte Häuser sehen. Er erklärte mir die Bedeutung der Ornamente, der gemeißelten Fensterrahmen, der Schnörkel, die natürlich alle einen bestimmten Namen haben, den ich aber nicht mehr erinnere. Das Auge muss wandern, sagte er mir, es muss eine Fassade entdecken und nicht einfach nur darübergleiten. Es muss an kleinen Dingen hängen bleiben, jede Fassade muss anders sein, damit der Mensch immer wieder etwas Neues zu betrachten hat, damit seine Augen mit den Formen spielen können. Damit er sehen kann. Und aufnehmen. Das aufnehmen, was sich der Architekt dabei gedacht hat. Und so "spricht" der Architekt mit dem Betrachter. Beide werden sich nicht kennen, vielleicht niemals sehen, aber ihre Blicke werden Worte formen und über die Fassade wandern lassen und so werden sie sich gegenseitig berühren. Mit den Augen.

Unsere Welt ist ärmer geworden. Hochhäuser kriegen Awards für sonstwas tolles, aber die Berührung mit den Augen, die fehlt mir. Fast überall. Im Stadtbild sieht sowas ja durchaus klasse aus, wie dieses GAP da in Düsseldorf. Als Teil. Aber die Augen gleiten darüber und fühlen nichts.

Der alte Architekt, der bestimmt schon lange tot ist, hat mir erklärt, dass Augen fühlen können. Ich weiß jetzt, wie das geht. Und ich weiß, worauf ich dabei achten muss.